Stoppt das Blutbad in Afrin

 

Gemeinsam mit den verbündeten Milizen der Freien Syrischen Armee besetzt die türkische Armee seit dem 20. Jänner die nordsyrischen Gebiete rund um die Stadt Afrin. Der türkische Präsident Erdogan begründet die Operation „Olivenzweig“ mit der Sicherheit der Türkei, obwohl bislang keine Angriffe auf sein Land verzeichnet wurden…

 

 

Unter der Leitung des türkischen Präsidenten konnten die Truppen vor einigen Tagen die Stadt Dschinderes einnehmen und umzingeln seit gestern die Stadt Afrin, wo über 300.000 Menschen eingeschlossen sind. Hundertausende versuchen nun zu fliehen, denn das Schlimmste – nämlich die totale Zerstörung der Stadt durch einen langen und blutigen Häuserkampf – ist zu befürchten.

 

Die Stadt Afrin war nicht nur das Rückzugsgebiet von zigtausenden MuslimInnen, ChristInnen, KurdInnen, AlevitInnen, etc., sondern auch der kurdischen YPG-Miliz, die erfolgreich gegen den IS gekämpft hat und gegen die sich der Angriff hauptsächlich richtet: also jene Frauen und Männer der YPG, die der Welt als entschiedene KämpferInnen gegen den IS ihren Mut und ihren Freiheitsdrang vor Augen geführt haben. Jene, die vor einem Jahr noch als Abwehrschild gegen den Terrorismus  gut genug waren. Und jene, die jetzt von der Weltgemeinschaft – vor allem von den europäischen Staaten – im Stich gelassen werden. Ausgerechnet in einem Gebiet, in dem sich trotz der schwierigen Situation ein System etabliert hatte, wo Frauen und Minderheiten in politische Entscheidungen mit eingebunden – und Menschenrechte hochgehalten wurden.

 

Die österreichische Außenministerin Karin Kneissl hat am 8. März den türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu empfangen. Viele hatten sich erhofft, dass sie klare Worte findet, indem sie das Vorgehen der Türkei verurteilt und sich für die Menschen in dieser Region einsetzt. Stattdessen war es der Außenministerin wichtiger, ihren türkischen Kollegen Çavuşoğlu in die Spanische Hofreitschule auszuführen und ihn mit keinen unangenehmen Themen zu konfrontieren. Solch eine ignorante Politik führt dazu, dass Präsident Erdogan bereits damit droht, seine Angriffe auf den Irak zu erweitern, um auch „auf die dortigen Terroristen zu treten“. Eine Fortführung dieser Schweigepolitik von Frau Kneissl würde bestätigen, dass sie als Außenministerin und Nahostexpertin gescheitert – und unwürdig für dieses Amt ist.

 

Die Sektion ohne Namen fordert deshalb eine sofortige Verurteilung durch die österreichische Bundesregierung zu den illegalen Angriffen der türkischen Armee in Nordsyrien. Sowohl der Bundeskanzler, als auch die Außenministerin müssen in diesen Tagen in Österreich und der EU durch klare Worte und Taten zeigen, dass Menschenleben mehr wert sind als vorgetäuschte gute Beziehungen zu einem Regime, das für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist. 

 

2 Comments

  1. ISMAIL MET March 15, 2018
  2. Regina Schierhuber March 17, 2018

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